„StattWerk Beograd“ statt „Belgrade WaterFRONT“

Wir hatten an dieser Stelle schon mehrfach von einem merkwürdigen Bauvorhaben in Belgrad berichtet, für das über Nacht mehr als ein Dutzend maskierter Männer mit schweren Baufahrzeugen illegal Häuser abgerissen haben – ohne dass hinterher Täter festgestellt werden konnten. Obwohl es Natur eigentlich durch Beton ersetzt, rührt dieses Bauprojekt auch mit dem Stichwort „Natur“ kräftig die Werbetrommel.

Fußläufig von der Baustelle dieses Projekts entfernt findet man das Gegenteil davon: Ein Projektes, dessen Ziel es ist, eine vertikale Betonwüste zu begrünen.

Ein gleichermaßen unterstützenwerter wie verwegener Plan!

Wie „Belgrade Waterfront“ („front“ ist übrigens auch im Serbischen ein sehr martialisches Wort ) trägt auch dieses Projekt einen Namen mit fremdsprachigen Bestandteilen, nämlich „StattWerk Beograd“.

Richtig gelesen: Mitten in Belgrad ein deutsches Wort, und dann noch in dieser (links)alternativen Schreibweise

Wir haben dieses Projekt erst auf dem nächtlichen Nachhauseweg gesehen. Deshalb sind die selbstgemachten Bilder etwas dunkel:

Stattwerk Belgrad (2)

Wesentlich freundlicher sieht es auf der Homepage des Projekts aus;

Bildergebnis für stattwerk beograd

Noch feiner herausgeputzt ist allerdings das Modell des anderen Prpjekts, also von Belgrade Waterfront am Flughafen, das ich anderntags sah.

Als ich anfing, es zu fotografieren, erkundigten sich die ebenso freundlichen wie schicken Hostessen, ob ich Fragen hätte.

  • Ich fragte dann, ob sie mir erklären könne, wieso für ein Bauprojekt über Nacht Wirtshäuser abgerissen würden?
  • Und warum niemand gesehen hat, wohin die die Baumaschinen, die sich wohl nicht ganz unauffällig und mit doch relativ überschaubarer Geschwindigkeit durch Belgrad bewegt haben müssen, sich nach getaner Arbeit zurückgezogen haben?

Die Damen waren nun  auf einmal weniger freundlich und erklärten mir mit dem Ton einer Klavierlehrerin der 60 Jahre, die einen Schüler beim Rock`n`Roll Spielen erwischt hat, dass so etwas nie passiert sei. Offensichtlich sei ich, so die Damen weiter, unzutreffenden Medienberichten aufgesessen.

Unangenehme Wahrheiten werden verleugnet, auch wenn sie zu offensichtlich sind.

Manche Dinge ändern sich scheinbar nicht. Leider!

 

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