Wie sehen Serbien und die serbische Gesellschaft aus?

Wie sehen Serbien und die serbische Gesellschaft aus?

Zu dieser Frage haben wir, jeweils auf Plakaten, in Belgrad zwei Antworten gefunden.

Die eine am Flughafen macht bei ausländischen Touristen Werbung, ist also die (gewünschte) Außenansicht.

Die andere wirbt in der Innenstadt um Besucher für ein satirisches Theaterstück, ist also die Innenansicht.

Von außen möchte Serbien als bunt und folkloristisch gesehen werden.

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Es gibt Kunsthandwerk und Blasmusik und sogar für einen dezenten Hinweis auf das Festival „Exit“ in Novi Sad ist Platz. Und Männlein und Weiblein, beide sympathisch und in Trachten,  spielen in gleicher Anzahl eine gleichberechtigte Rolle.

Mit diesem heilen Serbien-Bild scheint man jedoch keine Serbinnen und Serben in das Theater zu locken können. Den das Plakat, das für die Theateraufführung wirbt, zeichnet ein ganz anderes  Bild hier: Dort kommen auf eine Frau (die zudem von einem Mann gespielt wird), fünf Männer. Und: Keiner dieser Protagonsiten ist besonders sympathiererregend.

Von links nach rechts sind da:

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  • Der Rentner ganz links ist eigentlich jemand, den man mögen könnte, aber hält er den Gehstock nicht so, dass er jederzeit losschlagen könnte?
  • Dann der Geschäftsmann mit Rollex und Handy. Kommentar wohl überflüssig.
  • Und das Muskelpaket, das plakativ das Kreuz auf der Brust trägt, möchte man wohl auch weder in der Kirche noch im Wohnblock als Nachbarn haben.
  • Der Lady daneben fehlt jeder Liebreiz, an Glitzerzeug und modischen Acessoires ist dagegen ebensowenig Mangel wie an Überheblichkeit.
  • Und auch beim wohlgenährten Popen scheint eher Selbstgefälligkeit als Demut angesagt zu sein.
  • Und dann ist da noch der boulevardmediengetriebene Prolo, der einem das schlagzeilentriefende Käseblatt zum Beweis irgendeiner kruden These schon  prophylaktiksch entgegenhält, bevor man überhaupt den Hauch eines Zweifels äußern konnte.

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Und wir erinnern uns bei diesen Anblicken sehnsuchtsvoll an das Mural mit den vielen serbischen Charakteren auf den serbischen Nationalfarben, das Opfer der Baumaßname für Belgrade Waterfront wurde:

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