Das gilt jetzt als modern: Mit You-Tube-Serien wie „Die Rekruten“ und „Mali“ nutzt die Bundeswehr die neuen Medien um Werbung für sich zu machen.

Frühe PR-Aktion der jugoslawischen Armee

Aus jugoslawischer Sicht ist so etwas allerdings ein alter Hut.

Dort nämlich hat die Nationale Volksarmee schon in den 1950 er Jahren aktiv ins Mediengeschehen eingegriffen. Zuerst dadurch, dass man sich darüber beklagte, dass die neuen Medien (das waren damals die Comicstrips) nur „anti-patriotische“ (sprich: westliche) Inhalte transportieren würden.

Wenig später veröffentlichte man dann einen öffentlichen Aufruf, den Volksbefreiungskampf zum Gegenstand eines Comicstrips zu machen.

Diesen Ruf folgte der Zeichner Desimir Žićović „Buin“. Der war zwar im Zweiten Weltkrieg Mitglied der serbisch-nationalistischen Tschetnicks gewesen, die gegen den Partisanen kämpfen. Dies hinderte ihn jedoch nicht, nun mit dem der Comicgeschichte von Mirko und Slavko einen Kult-Comic zu erfinden, der den Volksbefreiungskampf der Partisanen in den höchsten Tönen verherrlichte.

Serbokroatisches Partisanen-Buben-Duo schlägt alle Rekorde

Protagonisten waren zwei Buben, einer Kroate, der andere Serbe, die als Kuriere bei den Partisanen dienten. Zusammen schlugen sie nicht nur jeden Feind, sondern auch zahlreiche Rekorde an den Kioskkassen:

  • Die Hefte, die Auflagen von bis zu 200.000 Stück erreichten,  erschienen von 1948 bis 1974.
  • Während der 1960-er Jahre waren sie, trotz starker Konkurrenz, der populärste Comic in Jugoslawien.
  • Im Jahr 1973 wurde sogar ein Spielfilm nach den Comic-Heften gedreht (Der jedoch vom Erfinder der beiden jugendlichen Kämpfer als wenig werktreu kritisiert wurde.)
  • Wegen des vaterländischen Inhalts halfen die Hefte von Mirko und Slavko auch mit, dass der Bund der Kommunisten Jugoslawiens seine ursprünglich negative Haltung gegenüber Comics als Publikationsform aufgab. So ebneten die beiden jugendlichen Partisanen auch ausländischen Comics den Weg in den Vielvölkerstaat.
  • Eine weitere Besonderheit war, dass man bereits damals exzessives Merchandising mit Mirko und Slavko betrieb. So gab es die T-Shirts, Hefte und Schulranzen mit dem Konterfei der beiden.

Worte für die Ewigkeit: „Pass auf, ´ne Kugel“

Mirko u Slavko (9)

Geradezu legendär ist ein Dialog zwischen den beiden. Dabei rettet Slavko seinem Kumpel Mirko dadurch das Leben, dass er ihm zuruft:

„Mirko, pass auf, eine Kugel!“

Mirko u Slavko (7)

So gewarnt kann Mirko dem Geschoss noch rechtzeitig ausweichen

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und bedankt sich hinterher artig mit einem:

„Danke Slavko, du hast mir das Leben gerechnet“.

Mirko u Slavko (8)

 

Eine reife Leistung, wenn man bedenkt, dass eine Gewehrskugel in der Sekunde zwischen 250 m und einem Kilometer zurückgelegt!

Regelmäßige Zuschauer jugoslawischer Kriegsfilme wissen jedoch, dass dies nicht das einzige Mal war, dass im Kampf der Partisanen gegen die deutschen Besatzer die Naturgesetze aufgehoben wurden.

„Pass auf, eine Kugel“ ziert sogar Häuserwände

„Pazi, Metak!“ („Pass auf, eine Kugel“) findet sich auch heute noch auf Häuserwänden in Sarajevo, beispielsweise hier auf dem heutigen Universitätscampus, der früher Kaserne war.

Warum, das wird einem klar, wenn man sich die Wand, die dieser Spruch ziert, näher ansieht: