Ivan „Trycicle“ Duško: Der wahre James Bond war Jugoslawe!

Bildquelle: Wikipedia

Sean Connery alias James Bond ist gestorben.

Tatsächlich ist der wahre James Bond, oder zumindest eine der größten Inspirationsquellen für Ian Fleming, Romane über einen Geheimagenten dieses Namens zu schreiben, bereits im Jahre 1981 verstorben.

Dies ist ein Thema für diesen Block, weil dieses James Bond-Vorbild, ein Mann namens Duško Popov, aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens stammte.

Kindheit in der Vojvodina, wilde Studentenzeit in Freiburg

Geboren wurde dieser spätere Spion im Jahre 1912, also noch bevor Jugoslawien und dessen Vorläufer das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen existierten, in Titel einem Ort in der Bačka, einem Teilgebiet der Vojvodina , die damals zu Österreich- Ungarn gehörte.

Er studierte in Belgrad Jura und wollte dann in den frühen 1930er Jahren in Freiburg – wo er ein bewegtes Leben führte – seine Doktorarbeit schreiben.

Da er seine Zeit jedoch hauptsächlich mit Partys und jungen Damen verbrachte, und darüber hinaus auch noch mit den damals im Aufstieg befindlichen Nazis im Clinch lag, versäumte er den Abgabetermin und damit auch die Chance, Doktor der Rechte zu werden.

Auf verschlungenen Wegen wurde er dann Geheimagent.

Dreifachagent

Anders als James Bond, der ja Geheimagent ausschließlich seiner eigenen Majestät war, verhielt sich Popov auch bei der Auswahl seiner geheimdienstlichen Auftraggeber promiskuitiv. Er arbeitet nämlich als Dreifachspion für

  • die Nazis (bei denen er mit dem Decknamen Ivan geführt wurde),

  • den britischen Geheimdienst MI6 (bei dem er sich als Tricycle in den Akten findet) und

  • unter dem Aliasnamen Duško, für die jugoslawische Exilregierung in London.

Erfolg der Invasion in der Normadie mitermöglicht?

Beim deutschen Geheimdienst galt der Sohn einer wohlhabenden serbischen Juristenfamilie wegen seiner guten geschäftlichen Kontakte nach Frankreich und Großbritannien als besonders wertvolle Informationsquelle. Dies erlaubte es ihm, den Nazis Falschinformationen zuzuspielen, die angeblich maßgeblich mit daran beteiligt waren, dass man damit rechnete, dass die alliierte Invasion in Calais und nicht in der Normandie stattfinden würde.

Legenden, Nachahmer, aber nix gerührt und nix geschüttelt

Um Duško Popov ranken sich viele Legenden. Einige davon hat er auch selbst durch eine Autobiografie mit befeuert. Ein bisschen „foliranje“ dürfte bei den dort erzählten Geschichten schon dabei gewesen sein. Um aber vermutlich taugte er gerade deshalb Ian Fleming als Vorbild für James Bond.

Übrigens ist Duško Popov nicht ohne Nachahmer geblieben.

Warum aber hat Ian Fleming seinen Agenten nicht Duško Popov genannt?

Der eigentliche Grund ist vermutlich, dass dem Satz

Mein Name ist Duško – Popov Duško. Und ich trinke meinen rakija weder geschüttelt noch gerüttelt.

niemand in Hollywood Blockbusterqualitäten zutrauen würde.

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