Dichter verdrängt Erinnerung an mutige Frauen

In der bosnischen Industriestadt Zenica kann man in einem kleinen Park die Büsten dreier Frauen finden, die einen deutschen Namen trugen: Ditrih (also in unserer Schreibweise: Dietrich).

Mira, Borka und Lina – oder wie sie in Zenica kurz genannt werden, “Sestre Ditrih” (die Dietrich Schwestern) – halfen im zweiten Weltkrieg den Partisanen bei ihrem Untergrundkampf gegen die faschistischen Okkupatoren. Dieses mutige Verhalten bezahlten sie im Konzentrationslager Jasenovac mit dem Leben. Nur wenige Tage vor der Befreiung Zenicas wurden sie dorthin deportiert und hingerichtet.

Zenica 6 2018 BuH Sestre Diedtrich (12)

Das kleine Denkmal ist die einzige Erinnerung an die drei im Stadtbild. Bis 1997 trug eine Volksschule deren Namen.

Dann wurde die Schule jedoch umbenannt. Seither heißt sie nach dem in Zagreb geborenen und dort auch gestorbenen kroatischen Schriftsteller Miroslav Krleža. Der hat sich sicher auch Verdienste erworben.

Dennoch erstaunt diese Umbenennung. Schließlich waren die Geschwister Dietrich enger mit dem Schicksal der Stadt Zenica verbunden als der Dichter.

Über diese Rubrik

Von außen besehen scheint die Region des ehemaligen Jugoslawiens vor allem männlich dominiert. Allerdings  gab und gibt es dort auch viele bemerkenswerte Frauen. Einige von ihnen wollen wir hier in unregelmäßigen Zeitabständen in der Rubrik „Bemerkenswerte jugoslawische Frauen“ vorstellen.

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