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Dem Flugzeug sei Dank/Ruhe am Strand/ trotz nahem Brand

Wer schon an der kroatischen Adria Urlaub gemacht hat, kennt sie vermutlich, die Canadair-Flugzeuge. Während man selbst genüsslich am Strand liegt, fliegen sie dicht über die Meeresoberfläche um Wasser aufzunehmen und kurz danach, oft nur eine Bucht weiter, einen Brand zu bekämpfen.

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Eine Canadair-Maschine im Einsatz im Sommer 2016 bei Dugi Rat

 

Die physikalische Frage dahinter

Rätselhaft bleibt jedoch, wie die die Flugzeuge das Wasser so schnell aufnehmen können.

Die Antwort haben die Schwaben („The answer is hanging in the schwäbische wind“)

Der Lösung des Rätsels kommt man nämlich im Technikmuseum in Sinsheim näher. Dort ist nämlich genau ein solches Flugzeug ausgestellt. Ja, man kann es sogar betreten.

Deutlich sieht man unten am Rumpf auch die Öffnungen zur Aufnahme des Wassers.

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Wie das Ganze funktioniert, ohne dass das Flugzeug durch den Wasserwiderstand destabilisert wird, wird einem jedoch immer noch nicht klar.

Trotz Rekorden….

Wer sich näher mit dem Flugzeug beschäftigt, erfährt Erstaunliches.

Nicht weniger als 5.455 Liter Wasser kann das Flugzeug transportieren. Um den Tank, quasi im Vorbeiflug, mit Wasser aufzufüllen, benötigt es gerade einmal 12 Sekunden.

Liegen zwischen dem Brandherd und der Möglichkeit, Wasser aufzutanken, elf  Kilometer (was ziemlich genau der durchschnittlichen Entfernung zwischen zwei Buchten in Kroatien  entsprechen könnte) dann macht dies pro Stunde einen Wasserabwurf von 54.140 l !

Das ist die Flüssigkeitsmenge von – je nach Geschmack – 5.414 Kästen Mineralwasser oder Bier!

.… kein wirtschaftlicher Erfolg

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen wurde der Hersteller mit diesen tollen Flugzeug in den letzten Jahren wirtschaftlich nicht mehr glücklich.

Bei Wikipedia heißt es dazu lapidar:

Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme stellte Bombardier die Produktion Ende 2015 ein und verkauft das Programm im Juni 2016 an Viking Air.

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So sieht übrigens das Cockpit der Canadair aus. (Keine Angst: Sie wird die Concorde im Vordergrund nicht rammen.)