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Wundersame Verwandlung einer Straße

Wer Anfang Oktober in Belgrad unweit der Brankov most (Brücke des Branko) in die Karadjordeva-Straße einbog, fühlte sich schlagartig in das Paris der 1920-er Jahre versetzt. Auf einmal befanden sich dort typische Gebäude, die eine Woche vorher dort nicht gewesen waren. Vollständig wurde die Illusion noch dadurch, dass die Straße von typischen Französinnen und Franzosen in der damaligen Mode  bevölkert wurde. Auch die Autos passten zu dieser Zeit.

Was mochte die Ursache sein?

Zwischen Serbien und Frankreich bestehen historisch gute Verbindungen, die insbesondere auf den Ersten Weltkrieg zurückgehen. War das vielleicht der Grund, warum man hier ein Klein-Paris errichtet hatte?

In der Nähe befindet sich aber auch die Baustelle der pompösen Neugestaltung des Viertels an der Sava (Beograd na vodi/Belgrade Waterfront). Wollen die arabischen Investoren den Eingang zu ihrem umstrittenen Renommierprojekt durch Klein-Frankreich im Disneyland-Stil abrunden?

Der Schmetterling kehrt zurück

Weit gefehlt: Hier wurde ein Film gedreht. Und nicht irgendeiner, sondern das Remake des 1970-er Jahre-Erfolges „Papillon“ mit Steve McQueen in der Hauptrolle.

Wenige Tage später waren die Kulissen schon wieder abgebaut. Die vielköpfige Filmcrew war weitergereist nach Montenegro. Dort werden unter anderem die Gefängnisszenen in Nikšić gedreht. Dafür braucht man aus naheliegenden Gründen vor allem Männer als Statisten.Dieser erhalten 25 Euro am Tag und alle Mahlzeiten frei.

Das ehemalige Jugoslawien ist also weiter bei internationalen Filmproduktionen sehr beliebt. Nach dem wilden Westen (Winnetou), dem Weltraum (Star Wars), Fantasy (Games of Thrones) und Bollywood nun als ein Abenteuerfilm.

Vermutlich 2017 wird man im Kino überprüfen können, ob die Illusion von Belgrad als Paris gelungen ist.