Lieblingsplätze mit Schönheitsfehlern

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Über allen Gipfeln ist Ruhe, in allen Wipfeln spürest Du, kaum einen Hauch

In den Staaten des ehemaligen Jugoslawien gibt es eine ganze Reihe bekannter Naturschönheiten, aber auch viele weithin unbekannte Landschaften, mit Plätzen an denen man seine Seele baumeln lassen kann. Einer meiner Lieblingsplätze befindet sich an einer Quelle im Glamočko polje, einer Hochebene in Bosnien, die u.a. im gesamten „ehemaligen Staat“ für ihre Kartoffeln und Kartoffelprodukte bekannt war.

Ein kleiner Ausschnitt, dessen was man dort sieht, ist oben zu sehen.

Wie so oft ist auch hier der Schein trügerisch. Außer Kartoffeln liegen nämlich im Glamočko polje noch unzählige  Minen. Vorsicht ist also angebracht, gerade wenn man in vermeintlich unberührter Natur unterwegs ist.

Minen sind die Pest Bosnien und Herzegowinas. Nach einem Bericht von Aljazeera Balkans sind alleine in der Gemeinde Doboj vom Kriegsende 1996 bis 2001, also in fünfzehn Friedensjahren, 84 Personen durch Minen zu Schaden gekommen, dreißig davon starben. (Doboj hat übrigens gerade einmal 35. 000 Einwohner.)

Das staatliche kroatische Fernsehen berichtete zudem, dass in Bosnien und Herzegowina seit 1996 fast 1700 Personen durch Minen zu Schaden kamen, darunter 237 Kinder. Tödlich verunglückten 579 Personen, darunter 46 Minenräumspezialisten.

Krieg endet nicht, wenn die Waffen schweigen. Und ist noch Jahre später auch und gerade an solchen, auf den ersten Blick friedlichen Plätzen präsent.

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