Murale halten der Erinnerungskultur (in Bosnien und Herzegowina, aber auch darüber hinaus) den Spiegel vor

Die Motive von Muralen (also Street-Art-Bildern) kann man in verschiedene Gruppen einteilen. Häufig finden sich futuristische Motive. Außerdem spielt natürlich die Gegenwart eine große Rolle. Erinnerungen an die Vergangenheit sind demgegenüber eher in anderen Kunstgattungen zu Hause.

Mural, das an die Vergangenheit erinnert

Seit Herbst letzten Jahres findet sich in Sarajevo am Ortsausgang  in Richtung Pale

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jedoch ein mindestens 30 m langes Werk,

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das sich explizit mit der Vergangenheit beschäftigt. Und damit, wie man mit ihr heute im Lande umgeht.

ZAVNOBIH, ein wichtiges Ereignis, das heute unterschiedlich interpretiert wird

Dieses Werk erinnert an die erste Sitzung des „Staatlichen antifaschistischen Rats für die nationale Befreiung von Bosnien und Herzegowina“, in der Landessprache Zemaljsko antifašističko vijeće narodnog oslobođenja Bosne i Hercegovine, oder kurz ZAVNOBIH am 25 November 1943.

Damals hatte man sich, in Ergänzung zu den entsprechenden, von den Tito-Partisanen organisierten Konferenzen auf dem Niveau des Gesamtstaates Jugoslawiens (AVNOJ) zusammengefunden, um eine Nachkriegsordnung für Bosnien und Herzegowina zu definieren.

Beschlossen wurde, die jugoslawische Teilrepublik Bsonien und Herzegowina als gleichberechtigte Gemeinschaft von Muslimen (Bosniaken), Kroaten und Serben zu organisieren. Die vielen anderen, kleineren Volksgruppen in Bosnien und Herzegowina spielten offensichtlich schon damals kaum eine Rolle.

Mittlerweile teilt sich das Land auch an diesem Gedenktag, da er nicht mehr in allen Landesteilen begangen wird.

In Sarajevo feiert man ihn jedoch noch.

Und zum 75. Jubiläum der ersten ZAVNOBIH-Konferenz gab man Street-Art-Künstlern die Gelegenheit (und die Fläche) an dieses Ereignis zu erinnern.

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Sie taten dies mit einem Bild, in dem früher in jedem Schulbuch zu findende Denkmäler, die vor allem an die Kämpfe gegen die Besatzungsmächte im Zweiten Weltkrieg erinnerten, zweimal gezeigt werden: Oben, über der Horizontlinie, so, wie sie konzipiert wurden, und darunter als Spiegelbild in ihrem heutigen vernachlässigten Zustand.

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Eingeleitet wird diese eindrucksvolle Bilderreihe mit dem Zitat

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Die Kulturstufe eines Volkes erkennt man am Umgang mit den Denkmälern der Vergangenheit.

 

 

 

 

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