„Mein erster Jugo“

Bildquelle: Ron Kroon / Anefo in Wikipedia

Bereits in den 1960-er Jahren gab es in Deutschland bekannte Jugoslawen, die eine große Anhängerschar besaßen.

In der DDR gehörte Gojko Mitić, der aus Jugoslawien stammende  Darsteller unzähliger Indianerhäuptlinge dazu. Für manchen im Westen war Bata Ilić der erste Jugoslawien, dessen Fan er wurde.

Und mancher Junge verguckte sich in die aus Kroatien stammende Dunja Rajter , die nicht nur sang, sondern auch in den Winnetou- Filmen „Unter Geiern“ und „Winnetou I“ mitspielte.

Fußballstar mit eigenem Schlachtruf

Mein „erster Jugo“, zu dem ich mit Respekt aufsah, war jedoch kein Schauspieler und kein Sänger, sondern ein Fußballer. Und was für einer!

Aus der Froschperspektive eines Nürnberger Umlandbuben in den sechziger Jahren kam dieser gleich hinter Pele  – wenn nicht sogar vor diesem!

Von Pele wusste man damals, dass er nach Meinung vieler der beste Fußballer der Welt war. Ansonsten aber trat er aber im Frankenland nicht in Erscheinung.

Das war bei meinem Idol anders, das spielte nämlich jede Woche beim „Glubb“, also dem 1. Fußballclub Nürnberg, kurz 1. FCN (damals noch Rekordmeister und unumstrittener Star der Bundesliga).

Dort war er nicht irgendein Spieler, sondern man hatte sogar einen eigenen Schlachtruf für ihn erfunden, der immer dann von den Stadionrängen erschallte, wenn er sich den Ballbesitz erkämpft hatte.

„Zick Zack Tschebinak“

tönte es dann aus tausenden von Kehlen.

Auch wir skandierten diese Worte, zehn Kilometer vom Stadion entfernt, wenn wir auf staubigem Boden versuchten, am Gegner vorbei den Ball in das Tor – das eigentlich eine Stange zum Teppichausklopfen war – zu bekommen.

„Tschebinak“ war eigentlich verkehrt. Eigentlich ist der Spieler, um den es ging Čebinac. Aber für solche Feinheiten hatte man damals kein Gefühl. Außerdem hätte sich das nicht so gereimt.

Čebinac war der Star des 1. FCN. Unter anderem war er wesentlich am historischen 7:3-Sieg des Fußballklubs Nürnberg gegen die Münchner Bayern (zugunsten der Nürnberger!) am 2. Dezember 1967 beteiligt.

Einen Vornamen hatte Čebinac auch. Der lautete Zvezdan. Außerdem hatte er einen Zwillingsbruder, der Srđan  hieß .

Das doppelte Fußballerchen

Beide Vornamen konnten deutsche Ohren leicht verwechseln.

Nicht nur das: Möglicherweise gab es eine noch größere Verwechslung. Nach wie vor hält sich nämlich hartnäckig das Gerücht, dass  Zvezdan, also der berühmtere der beiden Čebinacs, an Stelle seines Bruders in Köln erfolgreich ein Probetraining absolviert hätte.

Als Srdjan dann seine Stelle beim 1. FC Köln antrat, überzeugte er weniger. Aufgrund seiner schwachen Leistungen wurde er dort nur für drei Bundesligaspiele eingesetzt.

 

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