London: Das Mekka des Jugo-Rock

Das berühmte Abbey Road Tonsstudio in London. Mit dem noch berühmteren Zebra-Streifen davor.

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Hier haben die Beatles fast alle ihrer Schallplatten aufgenommen. Was aber hat das mit Jugoslawien zu tun?

Sehr viel!

Nicht wegen eines Mannes namens „Jugo Gastrico“, der sich am Pfosten der Toreinfahrt per Graffiti verewigt hat.

London (1)

Der stammt nämlich, trotz seines Vornamens, aus Argentinien.

Pilgerfahrten in das Mekka des Jugo-Rocks

Nein, London war das Mekka des Jugo-Rocks!

Wer als Jugo-Rockmusiker zeigen wollte, dass er es geschafft hatte, nahm seine für den jugoslawischen Markt bestimmten Platten in London auf. Einige Beispiele

  • Atomsko Skloniste (Atombunker), von denen gleich noch die Rede sein wird, nahmen 1980 Teile ihres Albums U vremenu horoskopa (In Zeiten der Horoskope) im Studio Mobil One in der britischen Hauptstadt auf.
  • Bijelo Dugme (Der Weisse Knopf), die  „Beatles Jugoslawiens“, nahmen dort, Tür an Tür mit Roxy Music, bereits 1975 ihr Album Šta bi dao da si na mom mjestu (Was würdest Du dafür geben, an meiner Stelle zu sein) in London auf. (Und 2014 liessen sie die Neuauflage ihrer Werke in den heiligen Hallen der Abbey Road Studiosn remastern, also neu abmischen.)
  • Im Jahr 1985 zog es Idoli in die Eden Studios in Westlondon, um ihr Album Čokolada einzuspielen.
  • Und auch die Gruppe Smak nahm ihr Album Crna dama in der britischen Hauptstadt auf.
  • Riblja Čorba dagegen flogen zwar nach London um dort aufzunehmen, nahmen aber dann doch lieber nur den Produzenten von dort mit nach Belgrad, um ihr Album Mrtva priroda (Tote Natur) einzuspielen.

Jugo-Rock in English

Einige Jugobands hatten sogar Ambitionen, es auch auf dem englischsprachigen internationalen Markt zu schaffen.

Hierbei bediente man sich immer des gleichen Rezepts:

  • Man nahm alte Songs, die ihre Qualität schon vor heimischem Publikum bewiesen hatten, schrieb einen englischen Text dazu (oder ließ ihn schreiben).
  • Damit niemand über die unaussprechbaren Namen stolperte, änderte man meist auch noch den Bandnamen.
  • Und fertig war das Album für den internationalen Markt.

Berühmte Beispiele

Heraus kam bei diesem Verfahren u.a. folgendes

Keiner dieser Versuche führte jedoch zum Erfolg.

Bijelo Dugmes  englischer Song bleibt unveröffentlicht

Vielleicht hatten Bijelo Dugme geahnt, dass man mit Jugo-Rock sung in English keinen Blumentopf gewinnen können würde?

Diese nahmen nämlich bereits 1975 unter dem Titel Playing the part eine englische Single auf, die dann aber nur als Promo-Single an Journalisten verteilt wurde und nie offiziell in den Handel kam.

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