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George Martin und die Beatles: Ohne Ringo! Quelle: Wiki Commons

George Martin, der Produzent der Beatles, ist gestorben. Seine Verdienste sind aus diesem Anlass in vielen Medien gewürdigt worden.

Deshalb wollen wir hier nur seinen vermutlich größten Verdienst, der meist übersehen wird, ansprechen, auch wenn er einen gewissen negativen Beigeschmack hat:

Die Beatles zum Vorspielen einzuladen war ein großer Verdienst, ebenso seine profunden musikalischen Ratschläge, beispielsweise, wenn er half, die Klangvorstellungen der Beatles umzusetzen (von selbst wären sie z.B. in Penny Lane nicht auf die Bachtrompeten gekommen!).

Nein, sein größter Verdienst war es, die drei anderen Beatles zu veranlassen, den Schlagzeuger Pete Best „in die Wüste zu schicken“ und sich Ersatz für ihn zu suchen.

Wie die Beatles Pete Best aus der Gruppe ausgestoßen haben, war sicher kein Ruhmesblatt. Aber ohne dieses Ereignis wäre Ringo Starr nicht in die Gruppe gekommen.

Das aber hätte nicht nur bedeutet, dass die Welt nie „Octopuses Garden“ gehört hätte, dass „With a little help“ nie das geworden wäre, was es wurde, und dass die Beatles-Filme um einen prägenden Charakter ärmer gewesen wären.

Nach allem, was man so über Pete Bests distanziertes und fremdelndes Verhältniss zu den anderen drei Bandmitgliedern liest, hätte sich – ohne Ringo – vermutlich auch die magische Viereinigkeit, die die Beatles lange  (zumindest nach außen) darstellten, und die einen Teil der Faszination der Fans ausmachte, nicht entwickelt. An diese Stelle wäre vermutlich ein Konkurrenzkampf um die Frage „Wer-ist-der-Schönste-in-der-Band“ getreten (Paul McCartney war diesbezüglich nämlich ursprünglich nur die Nummer 2, hinter Pete Best!)

Ohne George Martin also kein Ringo!

Aber ohne Ringo wären die Beatles nie die Beatles geworden, die sie waren.

Thank You very much indeed, Sir George and RIP!